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Ein Film von Ousmane Sembéne Am Do, dem 27.04.2006 fand die Vorpremiere des Films Mooladé von Ousmane Sémbène im Kommunalen Kino Hannover statt. Mooladé ist in der Reihe "Fokus Afrika" im Juni Film des Monats im Kommunalen Kino.
Es gab viele Anfragen und Vorbestellungen zu der Vorpremiere des Filmes „Moolaadé – Bann der Hoffnung“ mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur und Produzenten Ousmane Sembéne.
Gegen 18:30 Uhr war der Einlass in den Foyer, mit einer traditionellen, afrikanischen Livemusik- und Gesangseinlage von der Trommelschule Ilu. Währenddessen wurden Informationen zum Thema ,,Genitalverstümmlung“ durch MitarbeiterInnen des Freundeskreises Tambacounda oder Flyer gegeben und offene Fragen und beantwortet.
Der Einlass in das Kino war dann etwa gegen 19:00 Uhr. Das Kino war sehr voll und alle Plätze waren belegt. Jede Altersklasse, (Kinder, Schüler, Erwachsene, Senioren) waren vertreten und gekommen, um den Film zu sehen.
Zunächst moderierte Herr Abdou Karim Sané an, um dann das Wort an Herrn Bernd Stolpert und Frau Petra Schnüll zu übergeben. Der Film, der Regisseur sowie der Sinn und Zweck der Veranstaltung und die Zusammenarbeit der Institutionen, die diese Veranstaltung organisiert hatten, wurde vorgestellt.
Um 20:00 Uhr begann die Vorführung des ca. 120-minütigen Films. Man hörte und sah den Menschen förmlich an, dass ihnen der Film nahe ging, sie zum Nachdenken brachte und Gesprächsbedarf auslöste.
Nach dem bewegenden und doch auch sehr humorvollen Film folgte eine ausführliche Diskussion mit dem Regisseur Herrn Ousmane Sembéne, der zunächst über den Film sprach. Dann erklärte er die Probleme zu dem Thema Genitalverstümmelung im weiteren Sinne in Afrika und beantwortete Fragen.
Jedes Jahr werden rund zwei Millionen Mädchen verstümmelt.
Bei der Genitalen Verstümmlung (Female Genital Mutilation – FGM) werden die Klitoris und häufig zusätzlich die kleinen und die großen Schamlippen entfernt. In einigen Ländern wird die verbleibende Haut zusammengenäht oder mit Dornen aneinandergeheftet, sodass nur eine winzige Öffnung verbleibt. Diese Eingriffe werden in den meisten Fällen ohne Betäubung mit unsterilen Glasscherben, Rasierklingen oder verrosteten Messern ausgeführt. Es existieren verschiedene Formen der Verstümmelung bei Frauen, alle schädigen die Genitalien irreparabel.
Viele Mädchen überleben den Akt der Verstümmelung, aufgrund der Infektionen oder des großen Blutverlustes nicht oder tragen schwere körperliche oder psychische Folgen davon.
Die Gründe für die FGM sind vielfältig, sie reichen von der Herstellung des reinen, weiblichen Geschlechts über die sexuelle ,,Zähmung“ der Frau bis zu religiöser Initiation. Letztlich dient sie immer der Unterdrückung und der Kontrolle weiblicher Freiheit und ihrer Sexualität. Bei allem Respekt für unterschiedliche Lebensweisen und Weltanschauungen anderer Völker sind immer mehr Menschen nicht länger bereit, Genitalverstümmelungen als Teil kultureller Identitäten hinzunehmen, da es sich nach ihrem Verständnis um massive Menschenrechtsverletzungen handelt.
Der Freundeskreis Tambacounda setzte sich das erste Mal, 1993 während einer Studienreise in Tambacounda, mit dem Thema ,,Genitalverstümmelung“ auseinander.
Nach dieser Studienreise, begann der Freundeskreis Tambacounda die Sensibilisierungsarbeiten, Gruppengespräche und Veranstaltungen zu diesem Thema.
Eine der Veranstaltungen war eine Auftaktveranstaltung am 27. November 1999
,,Die Würde der Frau- untastbar?“ mit anschließendem Benefizkonzert im Stadtteilzentrum Vahrenwald. Der Erlös des Abends war für ein Frauen- Selbsthilfeprojekt im Senegal bestimmt.
Seit dieser Zeit beschäftigte sich der Freundeskreis Tambacounda ausführlich mit diesem Thema und begann sich mehr für die Menschenrechte einzusetzen und organisierte einige Veranstaltung zu diesem Thema, mit Aussicht auf Erfolg, diese Menschenrechtsverletzung zu stoppen!
Ein Bericht von Milena
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